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Bischof Stephen Mamza

Bischof Stephen Mamza

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Hoffnung im Nordosten Nigerias

Militärische Fortschritte gegen Boko Haram. Sorge der Flüchtlinge vor Gewalt nach Wahlen.

Nach dem Eingreifen eines multinationalen Militärbündnisses im Nordosten Nigerias und in der Grenzregion erklärt der Bischof von Yola, Stephen Mamza, sich gegenüber dem Hilfswerk missio zuversichtlich, dass Boko Haram weiter militärisch zurückgedrängt werden könne.

Einige Orte seien schon befreit worden. „Die Menschen sind voller Hoffnung. Es gibt fast jeden Tag Erfolgsmeldungen. Wenn es so weitergeht, kann sich die Lage schon in den nächsten drei Wochen sehr verbessern", hofft Mamza.

Gleichzeitig berichtet der Bischof von der großen Angst vieler Flüchtlinge, die in Yola zu Tausenden Zuflucht gesucht haben: „Die Flüchtlinge befürchten den Ausbruch von Gewalt nach den Wahlen. Deshalb zögern sie jetzt, in befreite Dörfer zurückzukehren. Die meisten wollen nicht vor dem 29. Mai zurückgehen, dem Tag der Amtsübergabe an eine neue Regierung."

Laut nigerianischer Verfassung muss spätestens an diesem Tag die Amtsübergabe an eine neue Regierung erfolgt sein. Die nigerianische Wahlkommission hatte kurz vor dem Wahltermin am 14. Februar 2015 die Wahlen um sechs Wochen auf den 28. März verschoben. Als Grund führte sie Sicherheitsbedenken des Militärs an, das mitgeteilt hatte, es könne wegen des Einsatzes gegen Boko Haram nicht für die Sicherheit der Wahlen sorgen.

Neben Sicherheitsfragen beschäftigt viele Flüchtlinge auch das Schicksal der zahlreichen entführten Mädchen und Frauen. Die Entführung der christlichen Mädchen und Frauen aus Chibok und anderen Orten, ihre erzwungene Islamisierung und Zwangsheirat nach dem islamischen Recht hätten viele Angehörige unter den Flüchtlingen in Trauer und Hoffnungslosigkeit gestürzt, berichtet Mamza. „Diese widerwärtige Praxis versetzt uns zurück in die dunklen Zeiten der Sklaverei und stellt einen fundamentalen Verstoß gegen die Menschenrechte dar", so der Bischof.

Bischof Mamza berichtet, dass im Bistum Yola 70 Prozent der Katholiken aus der Diözese Maiduguri Zuflucht gefunden hätten. Hinzu käme eine große Zahl anderer christlicher und muslimischer Vertriebener. Täglich kämen Flüchtlinge zur Kathedrale in der Hoffnung, dort Nahrungsmittel und medizinische Versorgung zu bekommen.

Mit Hilfe von missio verteilen Mitarbeiter des Bistums Yola Hilfsgüter an die Flüchtlinge. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Flüchtlinge Christen oder Muslime seien, betont Bischof Mamza. „Es stellt uns vor große Herausforderungen, die Flüchtlinge zu versorgen. Wir brauchen weitere Unterstützung."


Von Anja Klingbeil

Veröffentlicht am 18.02.2015

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